Hey, ich bin Julian


Bücher prägen mein Leben. 

 

Gemäß meiner Eltern ist "Buch" das erste Wort, welches ich jemals hörbar und verständlich ausgesprochen habe. Ich neige dazu es zu glauben, auch wenn es "damals" passiert ist, als meine Eltern mit einem sehr jungen Julian Urlaub auf Kuba gemacht haben und vermutlich diverse Mojitos genossen haben.

 

Ganz abwegig ist diese Überlieferung zudem nicht, da ich wortwörtlich inmitten von Büchern großgeworden bin. In meinem Elternhaus gibt es weit über 1000 Bücher (ich untertreibe hier bewusst, da wir nie gezählt haben).


 

Meine ersten wirklich eindrücklichen Erinnerungen mit dem Medium Buch sind die umwerfenden Erzählungen um Harry Potter mit denen ich aufgewachsen bin. Trotz des Neid, dass ich keine Eule aus Hogwarts erhalten habe, verbrachte ich Stunden um Stunden in meinem blauen Lesesessel und verlor mich in dieser zauberhaften Welt aus der ich so ungern zurückkehrte und mir die Kapitel trotzdem aufbewahrt habe wie eine Tüte Bonbons.

 

Jahre später (heute) kann ich in Wort fassen, was ich damals gefühlt habe:

 

Worte verwundern.

 

In Form von Geschichten und Metaphern entführen Sie uns in andere Welten, zeigen uns die Magie des wirklich Möglichen und verpassen unserem gesammelten, rationalen Wissen eine Zeitstrafe. Ich verstehe warum Don Miguel Ruiz von "weißer Magie" spricht.


Inmitten der Orientierungslosigkeit meiner späten Mittzwanziger, lehrte mich das Buch "Still" von Susan Cain eine weitere Lektion über die Macht der Worte:

 

Worte verbinden

 

Worte haben die Kraft uns ankommen zu lassen. Als würden wir über eine Türschwelle treten, in die wohlige Wärme des Sein, mit diesem einmaligen Gefühl verstanden zu werden. Für mich das richtige Buch zu richtigen Zeit. Und ich möchte das Wort "Magie" an dieser Stelle nicht überstrapazieren.

 

Gleichzeitig keimte in mir wiedereinmal die konkrete Absicht auf, doch selbst etwas zu diesem absurd vielfältigen Angebot an Büchern beizutragen. Eine langanhaltende Phase von: "Wie wäre es denn, wenn..." die mich nicht mehr loslassen wollte. Denn was ist, wenn MaMa Gombe wirklich Recht hat und "Träume eine Wirklichkeit sind, die gelebt werden will"?


Und jetzt? 

 

Das aktuelle Kapitel meines Lebens widmet sich tatsächlich vermehrt dem Schreiben. Nicht das ich es nie ausprobiert hätte - an verregneten Tagen auf meinem Dachboden, an lärmenden Bahnhöfen während unserer Interrail-Reise. Dem Reiz des Anfangens bin ich oft erlegen, aber das von Neil Gaiman stets propagierte "Finish Things!" war kein Bestandteil meines Wortschatzes. Außer das eine Mal in der 6. Klasse als meine Gruselgeschichte mit einer 1+ bewertet wurde.

 

Und doch ist dies nicht mein einziger Antrieb. Als geborener Introvertierter ist es wenig überraschend, dass mir das geschriebene Wort eher liegt als die gesprochene Variante. Und beim Schreiben, egal ob Morning Pages, Gedichte, Kurzgeschichten oder Kapitel aus meinen Romanideen, stelle ich fest: 

 

Ich schreibe um zu entdecken.

 

Wenn die Worte aus meinem Kopf auf dem Papier landen, anfangen zu fließen - genau dann kommt es zu diesen wundervollen Momenten, an denen neue Metaphern entstehen, neue Zusammenhänge klar werden und der Nebel der Welt ein kleines Stück lichter wird.

 

Einer meiner Träume ist es, ein Buch zu veröffentlichen. Also: Mit Verlag, Lesungen und allem. Warum? Ein Grund (von mehreren): Ich stelle mir manchmal vor wie es wäre, ein anderer Mensch liest mein Buch und erlebt auch diesen Moment von Verwunderung oder dieses Gefühl von Verbindung. Wenn ich DAS einem anderen Menschen schenken darf, dann brauch ich kein Weihnachten mehr.

 


Natürlich dreht sich meine Existenz nicht gänzlich um das Schreiben. Lesen (auch eine Form des Entdeckens) wird mich so lange begleiten wie mein Augenlicht es zulässt. Zusammen mit meiner wunderbaren Frau auf Reisen zu sein (auch eine Form des Entdeckens!) ist vermutlich die aufregendste Beschäftigung die ich mir vorstellen kann und als passionierter Tagträumer (auch eine Form des Entdeckens?) bin ich eh gerne mal in anderen Sphären unterwegs. 

 

Und hier noch ein bisschen Trivia (in Arbeit):

- Aus meinem blauen Sessel locken kannst du mich mit Pizza

- ich bin eine Mischung aus Hufflepuff und Rawenclaw